Donnerstag, 26. November 2015

Rezension: House of Rain (Greg F. Gifune)

Luzifer Verlag
Taschenbuch, 128 Seiten
ISBN: 978-3-95835-103-5
9,99 €

eBook, 2,99 €
ISBN: 978-3-95835-081-6


Ein kurzer Einblick

Kriegsveteran und Witwer - das ist Gordon Cole. Vom Tod seiner Frau Katy erschüttert und vom Kriegstrauma geplagt, flüstern Stimmen aus der Dunkelheit zu ihm. Visionen zerrütten seinen Geist, seine Mitmenschen scheinen sich gegen ihn verschworen zu haben. Dann beginnt der Regen und Cole begreift, dass die Vergangenheit ihn einholt, eine Vergangenheit, die er seit 50 Jahren in seinem Verstand eingekerkert glaubte.

Bewertung

Gordon Cole diente als Soldat in Vietnam. Die Schrecken des Krieges und das Grauen der unzähligen Toten machten ihn zu einem gebrochenen Mann; einem gebrochenen Mann mit einem Trauma, das ihn nie mehr verlassen soll. Allein Katy vermag es, den Wahnsinn aus seinem Kopf zu vertreiben. Sein Jugendfreund Harry ist ihm ein treuer Freund, ihm geistige Linderung verschaffen kann dieser ihm jedoch nicht. Als Witwer holt Gordon die Vergangenheit ein ...
Schmal ist »House of Rain«, schnell durchgelesen - aber lange im Gedächtnis soll es bleiben! Ich kann herzlich wenig mit Kriegsveteranengeschichten anfangen, doch Greg F. Gifune konnte mir die Geschichte anstandslos schmackhaft machen. Die Dramatik, die Düsternis, die Trauer trieft aus den Buchseiten heraus, blutet zwischen den Buchstaben hervor und verschlingt jedwede Fröhlichkeit. Die nebulöse Atmosphäre befreit die Depression, die wie ein Bazillus auf den Leser überspringt. Gifune versteht es bravourös, den geistigen Zustand Gordon Coles zu transportieren. Da wäre die Trauer, dass er seine Frau Katy verlor. Da wären das Kriegstrauma und die daraus resultierenden Symptome - oder mögen die Symptome nicht dem Wahnsinn entspringen, sondern einer tieferen Schicht der Realität? Die Entscheidung liegt beim Leser. Der Hauch von Mystik versprüht letztendlich den Funken, der »House of Rain« den letzten Schliff verleiht. Der andauernde Regen hüllt die Geschichte, hüllt Gordon Cole und die Stadt in einen Kokon, der nicht greifbar ist, aber einen unheilvollen Schrecken hervorruft. Seid vorsichtig, ihr Leser, passt auf, was in der Welt lauert.

Fazit

In der Kürze liegt die Würze. »House of Rain« verleibt sich Atmosphäre und erzählerisches Geschick ein. Greg F. Gifune ist ein Kleinod gelungen, das eine Geschichte erzählt, die zumindest in Teilen wohlbekannt ist, aber derart traumatisierend herübergebracht wird, das Gifune hierfür Respekt gezollt werden muss.

5 von 5 Punkten

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