Sonntag, 8. Oktober 2017

Rezension: AmeriKKan GotiK (Markus K. Korb)

Luzifer Verlag
Klappenbroschur, 244 Seiten
ISBN: 978-3-95835-058-8
12,99 €

eBook, 4,99 €
ISBN: 978-3-95835-057-1

Ein kurzer Einblick

»AmeriKKan GotiK« entführt nach Amerika, genauer: auf die dunkle Seite der Nation, die »Make America Great Again« propagiert. Rassismus, Einwanderung, Nationalsozialismus ... Markus K. Korb beleuchtet die finsteren Erinnerungen, die düsteren Ereignisse der Entstehungsgeschichte und entführt den Leser in ein Amerika, das wenig mit einem Traum gemein hat; es ist ein Albtraum, der gefangen nimmt.

Bewertung

In regelmäßigen Abständen veröffentlicht Markus K. Korb eine Kurzgeschichtensammlung, die sich einem Thema widmend mit Horror paart. Das hat stets bestens funktioniert und die Geschichten waren immer auf hohem bis sehr hohem Niveau angesiedelt. Schreiben kann Herr Korb; selbst, wenn eine Geschichte mal nicht so gefällt, ist eine Faszination vorhanden, die unaufhörlich vorantreibt. Leider gilt dies für AmeriKKan GotiK nur im Allgemeinen. Die Stories sind alle hervorragend geschrieben, doch hinterlässt die Sammlung ein schales Gefühl davon, das Themen nur angerissen sind, keine Geschichte absolut begeistern konnte. Es ist der Stil des Autors, der trotz aller Kritik dafür sorgt, dass man unbedingt weiterlesen möchte. Die Geschichten, mal gruselig, mal splatterig, mal verstörend, entwickeln eine eigene Faszination von Lesespaß, der leider nicht nachhaltig ist. Es ist die Momentaufnahme, die begeistert.
Thematisch widmet sich Markus K. Korb im allgemeinem Amerika, im Einzelnen den Themen Rassismus, Nationalsozialismus, Kultur, ... Herr Korb wäre kein Horror-Autor, wenn Komponenten wie Zombies, Nervenheilanstalten, verlassene Orte, etc. fehlen würden. Die Mischung, die hieraus entsteht, liest sich erfrischend, keineswegs dröge, aber auch nicht ganz ausgereift. Hier wäre eventuell eine ausführlichere Novelle der Kurzgeschichte deutlich überlegen.

»Faulspiel« zelebriert zugespitzt den Unterhaltungskonsum. In einer Arena müssen zwei Zombies ein fallengespicktes Labyrinth durchqueren. Die Zuschauer können Wetten auf den Gewinner abschließen. Woher die Zombies genommen werden, um den stetig benötigten Nachschub erfüllen zu können ... nun, es gibt Methoden. Die beiden Betreiber teilen sich die Gewinne – und noch etwas, was besser nicht ans Licht der Wahrheit gekommen wäre.

»Lost America« beginnt angenehm unheimlich, bevor es in einen gruseligen Ton umschlägt. Eine verlasse Pferderennbahn und das zugehörige Hotel dienen als Schauplatz. Verlassen und mit der Zeit verfallen, ist dies der perfekte Ort, um Fotos zu schießen. In den Ruinen des Hotels, entdeckt der Fotograf Geistererscheinungen, die ihn schmerzlich an den Genozid der Indianer erinnern. Das Land hat eine düstere Vergangenheit.

Diese beiden Geschichten und 7 weitere, liebe Leserinnen und Leser, lassen euch erschauern.

Fazit

»AmeriKKan GotiK« ist eine unterhaltsame, unheimliche, faszinierende Sammlung von Geschichten, die sich dem Thema Amerika widmet. Zugleich ist es aber eine kleine Enttäuschung, denn der Sog während des Lesens, treibt in den Bann, nachträglich betrachtet, konnte aber nur die Momentaufnahme begeistern. Was also bleibt? Eine stilistisch hervorragende Sammlung, aber keine, die lange in Erinnerung bleiben wird.

3 von 5 Punkten

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